Die Liebe in Bhutan. Die Erste.

Allgemein

Was soll der Titel aussagen? Habe ich mich etwa verliebt? Nein. (Noch nicht. 🙂 ) Es geht um positive Energie. Um die Kraft der guten Wünsche. Um die liebevolle Art der Menschen hier.

Kinley, Mönch im Phajeding-Kloster

 

Und was mir letschti so schöns passiert isch, han ich i däm Video feschtghalte. Mit wie viel Liebi mir dä Mönch begägnet isch, obwohl mir eus zum erschte Mal gseh händ, hät mich eifach sehr berüehrt… 🙂

thank you Kinley!

Die Liebe in Bhutan. Die Erste.

Posted by Ozzie Kuda on Montag, 6. März 2017

Vergangenen Donnerstag machte ich mich auf die Wanderung ins Phajeding-Kloster. Ursprünglich wollte ich den Lama (spiritueller Lehrer des Buddhismus) besuchen. Dieser war leider abwesend. In der Stadt musste er die Einkäufe für das Kloster erledigen.

Vom Startpunkt aus läuft man gute 1000 Höhenmeter zum Kloster hoch. Auf dem Weg kurz vor dem Ziel begegne ich einem Mönch. In Bhutanesischer Sprache begrüsse ich ihn: „Kuzu Zangpo la!“. Peme heisst er, und er spricht sehr gut Englisch. Er bestätigt mir, dass ich bald ankommen werde.

Nach zweieinhalb Stunden erreiche ich das Kloster. Es ist etwa 10:00 Uhr, und es ist niemand da. Begrüsst werde ich von etwa zehn Hunden, die offenbar beim Kloster leben. So setze ich mich auf eine Bank und warte ab, ich geniesse die Aussicht.

Nach einer guten halben Stunde öffnet sich das Tor hinter mir. Ein junger Mann im violetten Gewand kommt raus. Ich winke zu, er schaut mich an. Wortlos verschwindet er wieder. Einen Augenblick später kommen zwei junge Mönche in violettem Gewand raus. Ah, der eine kann kein Englisch, weshalb er seinen Kollegen um Hilfe gebeten hat.

Er fragt mich, was ich suche. Etwas irritiert fühle ich mich, da ich mir nicht sicher bin, ob ich überhaupt willkommen bin. Ich erkläre ihm, dass ich meditieren möchte. Er lächelt, und er führt mich in den Gebetsraum.

Vor dem Altar nehme ich im Schneidersitz auf einem Teppich Platz. Leider darf man die Altare nicht fotografieren, sie sind wunderschön. Ein grosser Raum. Am Rande ein Altar mit vielen Buddha Figuren, Kerzen, vielen Farben, buddhistischen Symbolen. Bilder des Königs von Bhutan, Bilder der Gurus.

Der Mönch bringt mir bhutanesischen Tee und Kekse. Er fragt mich, woher ich komme, wie mir Bhutan gefällt. So erfährt er, dass ich mehr über den Buddhismus erfahren möchte. Er fragt mich, ob ich bereits gegessen hätte.

Er geht. Ich meditiere eine gute Stunde lang.

Der Mönch kommt wieder. Er bittet mich, aufzustehen und ihm zu folgen. Wir gehen ins Zimmer des Lamas. So etwas wie ein Bett gibt es nicht. Es liegen verschiedene Tücher und Kissen auf dem Boden. Der Mönch serviert mir zu Essen: Roter Reis mit dem bhutaneischen Nationalgericht „Kewa Datsi“. Kewa Datsi ist eine Art rahmähnliche Käse-Sauce mit Kartoffeln.

Ich weiss nicht so richtig, wie ich mit dieser Situation umgehen soll. Von jemanden, den ich nicht kenne, so viel Liebe zu erhalten, ist ungewöhnlich. Ich lege meine Handflächen zusammen, verbeuge mich und bedanke mich: „Kadintschi-La!“

Ich erfahre, dass der Name des Mönches „Kinley Tshering“ ist. Er steht auf und verlässt den Raum. Einen kurzen Moment später kommt er wieder rein. Er schenkt mir ein Buch: „The Heart of Understanding“ von Thich Nhat Hanh. Wow! Jetzt bin ich definitiv sprachlos… Der Mönch trägt nichts weiter, ausser seinem Gewand. Wohlmöglich besitzt er kaum Dinge. Dennoch gibt er mir sehr viel.

Es ist etwa 13:00 Uhr. Kinley fragt mich, ob ich im Kloster übernachten möchte. Da ich eine Verabredung um fünf Uhr habe, muss ich Kinley leider absagen. So machte ich mich auf dem Weg und wurde von Kinley bis nach unten begleitet.


Ozzie Kuda

Ozzie Kuda

Lebt vom März 2017 bis Juli 2017 als Student in Bhutan. Möge das Glück mit dir sein.
http://www.hellobhutan.ch


Comments

  1. Jetzt komme ich endlich mal dazu, in Deinen Blog zu schauen, total schön geschrieben! Und als Sprachlehrer warst Du so erfolgreich, dass Kinley mich schon auf deutsch begrüßen konnte, als ich oben ankam 🙂

    1. Liebe Solveig. Ich freue mich sehr über deinen Kommentar. Schön, dich als Leserin und Begleiterin meiner Reise zu haben. Und schön, dich kennengelernt zu haben. Alles Gute auf deiner weiteren Reise und meine herzlichsten Grüsse aus Semtokah.

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