Velo Tour nach Punakha

Allgemein

Abfahrt von Thimphu nach Punakha mit dem Fahrrad – 800 Höhenmeter zu überwinden.

Sangay Rabten ist mittlerweile ein sehr guter Freund geworden. Er stammt aus dem Osten von Bhutan. Für sein Studium am Royal Thimphu College ist Sangay Rabten nach Thimphu gekommen. Zum ersten Mal sahen wir uns, als er mir Dzonkgha (die Landes-Sprache) beigebracht hat. Wir haben uns zufällig auf dem Campus getroffen. So sind wir Freunde geworden. Seine Ausdauer hat er bei der Reise nach Paro mit dem Velo bewiesen. Von der Idee, nach Punkaha zu fahren, war er sofort begeistert.

Am Samstag, 22. April 2017, waren die letzten Prüfungen der „Mid-Term Exams“. Etwa um 13:00 Uhr hat Sangay Rabten seine Prüfung abgegeben. Direkt danach ist er in die Stadt gefahren, um seinen Schlafsack abzuholen. Um etwa 15:00 Uhr kam er zum Haus meiner Gastfamilie. Von dort sind wir losgefahren.

Der Weg nach Punkha führt über den Dochula Pass. Er liegt 3100 Meter über Meer. Semtokah, mein Wohnort, ist etwa 2300 Meter über Meer. Die 800 Höhenmeter haben wir mit dem Fahrrad in etwa 3.5 Stunden überwunden. Wir hatten einen grossen Rucksack dabei. Darin haben wir Schlafsack, Zelt und weitere Ausrüstung dabei. Insgesamt etwa geschätzte 15 Kilogramm wog der Rucksack.

Auf dem Weg kamen wir an einem Früchte-Stand vorbei. Lokale Bauern verkaufen Bio-Früchte.

Ankunft auf dem Dochula Pass – 3100 Meter über Meer, 108 Stupas.

Auf dem Dochula Pass sind wir etwa um 18:30 Uhr angekommen. Dort legten wir eine kleine Pause ein, um die herrliche Aussicht zu geniessen. Auf dem Pass gibt es 108 Stupas. Stupas sind die weissen Gebets-Monumente, die die buddhistischen Lehren (Dharma) darstellen und an sie erinnern sollen.

Zuerst sind wir weitergefahren. Es war schon ziemlich dunkel. Nach etwa zehn Minuten haben wir entschieden, zurückzukehren, um unser Lager auf dem Dochula-Pass aufzuschlagen.

Zurück auf dem Pass fragten wir die Locals, wo wir unser Zelt aufstellen dürfen. Uns wurde ein Platz auf einer Wiese zugewiesen. Wir waren dabei, das Zelt aufzustellen, als der Hauswart zu uns kam. Er bot uns einen anderen Platz an. Wir stiegen in sein Auto ein. Er brachte uns zu seinem Haus. Auf seinem Gelände besitzt er ein kleines Lagerhaus, etwa zwei auf zwei Meter. Darin verstaute er alte, ungebrauchte Möbel des Klosters. Er und sein Kollege haben alle Möbel ausgeräumt, einen Teppich ausgelegt und eine kleine Matraze in den Lagerraum gestellt.

Wir sind früh eingeschlafen, es wurde nicht mal neun Uhr. Ein Abendessen hatten wir nicht. Lediglich ein Paar Früchte und Nüsse hatten wir dabei. Die Nacht war für mich nicht sehr angenehm. Der Raum war sehr staubig. Die Mücken hinderten mich am Schlaf mit ihrem Konzert.

Abfahrt vom Dochula Pass nach Punakha – 1900 Höhenmeter talabwärts.

Am nächsten Morgen erwachte ich mit einem Unwohlsein. Meine Augen drückten, ich hatte Kopfschmerzen. Um 6:00 Uhr sind wir aufgestanden. Um 6:30 Uhr sind wir losgefahren.

Die Abfahrt war – trotz des schwachen Zustands – traumhaft. Es geht nur bergab: Punkha liegt auf 1200 Meter über Meer. Die Strassen nach Punkha sind in sehr gutem Zustand. Ich genoss die Abfahrt sehr.

Hungrig war ich, da wir kein Abendessen gehabt hatten. Auf dem Weg nach unten haben wir in einem Restaurant Halt gemacht, das Sangay Rabten vorgeschlagen hatte. Es war etwa 9:00 Uhr, wir stärkten uns mit einer grosszügigen Mahlzeit: Viel roter Reis, dazu Spinat- und Kartoffel-Curries. Sangay Rabten hatte zudem noch Rindfleisch; Ich bin ja, seit ich hier bin, Vegetarier geworden.

Ankunft in Punakha. Ganz anders als Thimphu. Wärmer, grüner.

Wir sind in Punkha angekommen. Wir haben einen Halt in einem Park gemacht. Dieser liegt in der Nähe der grossen Flüsse. Dort genossen wir die Sonne und die Aussicht. Von dort sahen wir direkt zum Dzong. Ich brauchte eine Pause, darum machte ich ein Nickerchen.

Unser nächstes Ziel war das „Archery Field“, der Bogenschiess-Stand. Auf dem Weg fuhr Peter Schmid an uns mit seinem Motorrad vorbei. (Schweizer Architekt, der seit mehr als 20 Jahren in Bhutan lebt). Er hielt an an und wir unterhielten uns ein wenig.

Auf dem Archery Field liefen die Finals. Die Schützen hatten auffällige Kleider an. Die Frauen sangen und tanzten. Sie tun es, um die Schützen abzulenken. Sangay Rabten erklärte mir, dass die Frauen teilweise sehr vulgäre Sachen singen, sie beleidigen die Schützen. Von der Siegerehrung habe ich ein Video erstellt:

In Punakha I witnessed the archery finals ? it was quite interesting to witness Bhutanese practicing their national sports. This video is about the winner ceremony.

Posted by Ozzie Kuda on Montag, 1. Mai 2017

Die Übernachtung im Zimmer des Mönchen.

Auf dem Feld fragten wir einen Mönch, ob wir auf dem Gelände übernachten dürfen. Daraufhin bot er uns an, in seinem Zimmer zu schlafen. Sein Zimmer ist auf dem Gelände des Punkha Dzongs. Wir hatten also sehr viel Glück, dass wir auf den Mönch angetroffen sind. Er hatte Reis und Gemüse in seinem Zimmer, das wir dort kochen durften. Sangay bereitete ein leckeres Abendessen zu.

Auch diese Nacht habe ich nicht so gut geschlafen. Im Zimmer gab es erneut ein Mücken-Konzert…

Wie Duschen Mönche? Wie sind die Toilletten an so einem Ort? Ganz anders, als bei uns in der Schweiz. Es gibt einen langen Raum. Links sind die Duschen, rechts die WCs. Ob es warmes Wasser gibt, weiss ich nicht. Die WCs? Ein Loch im Boden; Eine Spülung gibt es nicht. Man nimmt einen Eimer, füllt es mit Wasser. Damit spült man das WC.

Am nächsten Tag: Besuch im Punakha Dzong, die längste Hängebrücke in Bhutan und ein Besuch im Kloster „Chimi Lakhang“.

Am nächsten Tag haben wir Punkha erkundeten. Der erste Halt war im Punakha Dzong.

Wir fuhren auf der längsten Hängebrücke in Bhutan.

An diesem Tag besuchten wir das Chimi Lhakhang. Dieses Kloster ist für etwas spezielles bekannt. Bhutanesen besuchen diesen Ort, um Blessings für die Fruchtbarkeit zu erlangen. „The Divine Madman“, der heilige Verrückte, ist wohl Bhutans bekanntester Erleuchteter. Er war prägte die Entwicklung im Land. Sein Leben verbrachte er mit Trunk und Weib, so heisst es. Er reiste durch Bhutan und brachte den Bhutanesen den Buddhismus auf seine ungewöhnliche Art und Weise näher. Das Dzong ist für ihn erbaut worden. Seinen Bogen wird darin als Schatz gehütet. Ich erhielt seine Blessings. Damit bleibe ich auf alle Fälle fruchtbar… 🙂

Interessante Beobachtung: Eine Frau nahm vom inneren des Tempels einen riesigen Phallus zur Hand. Damit machte sie Runden um den Tempel. Sie hielt den Riesen-Phallus hoch und runter. Dabei sagte sie ein Mantra auf. Vermutlich wird sie bald ein Kind bekommen…

Zurück nach Thimphu per Taxi.

Schliesslich sind wir am Abend gegen 17:00 Uhr mit dem Taxi zurück zum Dochula Pass. Zum Glück hatte ich ein Seil dabei. Das nutzten wir, um das Fahrrad auf dem Dachträger anzubinden.

Am Abend liessen wir uns mit dem Taxi zum Dochula Pass hochfahren. Zum Glück hatte ich ein Seil dabei. Etwa fünf Taxi Fahrer haben die Fahrräder auf dem Dachträger festgebunden.Als wir wieder oben angekommen waren, war es bereits dunkel. Ich montierte meine Stirnlampe und mein Rücklicht, Sangay Rabten hatte keine Lichter dabei. Der Taxi-Fahrer fuhr hinter uns mit den Fernlichtern her. So sind wir um etwa 20:00 Uhr wieder unten angekommen. Kostenpunkt: 1500 Ngultrum (30.00 CHF).

Sangay Rabten lud ich zu mir nach Hause ein. Wir assen mit meiner Gastfamilie. Anschliessend brachte ich ihn mit dem Motorrad zurück zum Royal Thimphu College.


Ozzie Kuda

Ozzie Kuda

Lebt vom März 2017 bis Juli 2017 als Student in Bhutan. Möge das Glück mit dir sein.
http://www.hellobhutan.ch


Comments

  1. Lieber Sohn, du hast ja in Kürze sehr viel erlebt, du bist ein richtiger Abenteurer, ich hoffe das du nicht viele mückensriche erlitten hast die dich ja sehr lieben, dass Land ist ja mega gastfreundlich. Freue mich immer wieder von dir eine neue Erlebnis Geschichte zu lesen ? ganz viel Mutter liebe ❤

  2. Wie interessant – erst vor einigen Wochen habe ich im Fernsehen eine Reportage über Peter Schmid gesehen. Und dachte noch, es wäre ja Zufall, wenn ihr euch dort treffen würdet. Eh voila, schon geschehen ;-).

    Geniess die Zeit weiterhin.

    Esther

  3. hey ozzie! ich wünsche dir weiterhin solche coole erlebnisse in bhutan. derzeit ist der everest (chomolungma) grosses thema in den nachrichten hier in der schweiz. einerseits wegen des todes von ueli steck, andererseits aber auch weil das zeitfenster von ca. 4 wochen zur besteigung wieder begonnen hat. sie erwarten hohen stau. wenn das nur gut geht … habe grad auf google maps geschaut – ist ja „nur“ ca. 800 km von dir weg. krass, so nah am dach der welt! das war immer mein traum, diesen berg mal zu sehen. lg

  4. Dear Ozzie. I made this road by car (twice actually). What a great adventure you had. And I think you’re quite brave riding a mountain bike on these roads ?

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