Hello Bhutan by Ozzie – Nr 2

Allgemein

Der zweite elektronische Brief ist heute verschickt worden. 74 Freunde haben sich entschieden, von mir per E-Mail beachrichtigt zu werden. Ich freue mich, wenn auch du dich für meinen Newsletter anmeldest.

E-Mails von Ozzie erhalten:



Kuzu Zangpo La!

Das letzte Mal habe ich dich mit “Tashi Delek” begrüsst. Im Alltag wird dieser Ausdruck jedoch kaum gebraucht. Es ist vergleichbar mit der Begrüssung „Sehr geehrte Damen und Herren“. Das „Kuzu Zangpo La“ ist mit dem Grüezi vergleichbar.

Die Bhutanesen fügen am Ende eines Satzes ein „La“ hinzu, um formell und höflich zu sein. Das „La“ zollt dem Gegenüber viel Respekt.

Apropos Sprache. Dzongkha ist schwierig zu lernen. Es hat ein anderes Alphabet. Die Grammatik oder der Satzbau ist überhaupt nicht vergleichbar mit Deutsch. In Dzongkha verwendet man ausserdem ganz andere Ausdrücke. Man fragt nicht, wie es einem geht, sondern, ob man bereits gegessen hat. Wenn mich Leute auf dem Campus begrüssen, fragen sie mich: „Hey Ozzie! You had lunch?“

Es ist Halbzeit, etwas mehr als zwei Monate sind vergangen. Zwei weitere Monaten liegen vor mir. Hach… Die Zeit vergeht viel zu schnell! Was gibt es alles interessantes zu berichten?

Im ersten Monat wurde ich krank. Ich hatte eine Grippe erwischt. Zudem hatte ich eine Lebensmittelvergiftung. Seither bin ich kerngesund. Mein Körper hat sich wohl anklimatisiert.

In Bhutan isst man drei Mal pro Tag Reis. Entweder mit dem Löffel oder mit den Händen. Zum Reis wird ein Curry serviert. Dabei meint man hier nicht das gelbe Pulver. Meistens in einer Käse-Sauce wird Gemüse oder Fleisch serviert. Das wird als Curry bezeichnet.

Wusstest du schon, dass ich Vegetarier geworden bin? Inspiriert vom Buddhismus; Dass ein Tier für meine Ernährung stirbt, das möchte ich aus Mitgefühl nicht. Ebenso wenig, dass Tiere schlecht gehalten werden. Bei Interesse berichte ich gerne mehr darüber.

Nebenbei: Ich esse beinahe täglich mit den Händen. Und ich liebe es.

Apropos Hände. Irritierend war am Anfang, dass Händewaschen nicht die gleiche Bedeutung wie in der Schweiz hat. In der Schweiz hatte ich die Gewohnheit, etwa jede Stunde gründlich meine Hände zu waschen. Insbesondere vor dem Essen musste es sein. Hier gibt es diese Gelegenheit einfach nicht. Am Anfang war es komisch, denn ich hatte das Gefühl, meine Hände seien schmutzig. Mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt. Konkret: Nur kaltes Wasser, selten Seife, keine Händtücher…

Das letzte Mal habe ich erzählt, dass Bhutanesen keinen Familien-Namen haben, aber stattdessen mindestens zwei „Vornamen“. Als wäre das nicht ungewöhnlich genug: Die Namen werden nicht von den Eltern vergeben. Als Kleinkind bringen die Eltern das Kind zu einem Lama ins Kloster. Ein Lama ist ein Buddhistischer Geistlicher, ein „hoher Priester, ein Lehrer. Der Lama „untersucht“ dann das Kind und vergibt ihm den Namen, der ihm zugehört. Die Namen haben Meinungen, beispielsweise steht Sangay für „die/der Erleuchtete“.

Mit dem Buddhismus setze ich mich intensiv auseinander. In der Schule belege ich einen Kurs zum Buddhismus. Ich lese viel in meiner Freizeit darüber. Ein Mal pro Woche besuche ich einen „Kenpo“, einen Lehrer des Buddhismus. Mein Kenpo bot mir an, mich als Buddhist aufzunehmen. Diese Gelegenheit werde ich vermutlich wahrnehmen – und als Buddhist zurück in die Schweiz kommen.

Zu den Beiträgen:

Velo-Tour nach Punakha
800m aufwärts, 1900m abwärts. 90km hin, 90km zurück. Die Velo-Tour nach Punakha. In der Mitte des Beitrages hat es ein Video: Bhutanesen beim traditionellen Tanz nach einem Bogenschiess-Turnier. http://www.hellobhutan.ch/2017/05/02/velo-tour-nach-punkha/

The Babyshower Experience
Babyshower sind beliebte Ereignisse in Bhutan. Ein Klassenkammerad, den ich kaum kannte, lud mich zu jemanden ein, den ich nicht kannte, um die Geburt seines Neugeborenen zu feiern. http://www.hellobhutan.ch/2017/05/07/the-babyshower-experience/

Lehrer am Royal Thimphu College
Die Beziehung zu den Lehrern ist ganz anders, als in der Schweiz. http://www.hellobhutan.ch/2017/04/14/begegnungen-mit-lehrern-am-rtc/

Studierende am Royal Thimphu College
Neun kurze Portraits von Studierenden am Royal Thimphu College gibt es in diesem Beitrag. Auf diesen Text bin ich ein wenig Stolz. http://www.hellobhutan.ch/2017/03/27/rtc-studenten/

Velo-Tour nach Paro
In einem vierminütigen Video habe ich die Velo-Tour nach Paro festgehalten. https://www.facebook.com/ozzie.kuda/videos/vb.100006978306468/1880634345512491/

Viele andere Sachen habe ich erlebt. Nach und nach veröffentliche ich meine Erlebnisse auf dem Blog. Per E-Mail werde ich dich weiterhin auf dem Laufenden halten.

Und hey. Über Feedback freue ich mich. Besonders über Kommentare auf meinem Blog. Oder sonst auch auf Nachrichten.

Viel Liebe aus Bhutan in die schönste Heimat!

Ozzie

PS: Mein Facebook-Profil ist öffentlich. Da findest du auch jede Menge Beiträge. https://www.facebook.com/ozzie.kuda


Ozzie Kuda

Ozzie Kuda

Lebt vom März 2017 bis Juli 2017 als Student in Bhutan. Möge das Glück mit dir sein.
http://www.hellobhutan.ch

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