Wieso ich Vegetarier wurde.

Allgemein

Bhutan gab mir die Inspiration, fortan auf Fleischverzehr zu verzichten. Der ausschlaggebende Grund ist das Mitgefühl für die Tiere. In diesem Beitrag schildere ich, wie ich mich vom Fleischesser zum Vegetarier entwickelte.

Vor zwei Jahren: CrossFit und Paleo

Viele, die mich kennen, wissen, dass ich mit Begeisterung CrossFit ausübte. CrossFit ist eine Sportart, in der Gewichte gehoben, Sprints gemacht und Übungen mit dem Körpergewicht ausgeführt werden. So grob zusammengefasst.

Dass CrossFit gut für die Gesundheit ist, daran glaube ich immernoch. Daran hat sich nichts geändert.

Eine sehr beliebte Ernährungsform in der CrossFit-Szene ist „Paleo“. Man verzichtet weitestgehend auf alle Nahrungsmittel, die Stärke und Kohlenhydrate enthalten. Man konsumiert natürliche, nicht-industrielle Lebensmittel. Man isst viel Gemüse. Und: Jeden Tag soll man sehr viel Fleisch essen.

So fest glaubte ich an Paleo, dass ich Vegetarier als ungesund betrachtet habe. Rückblickend betrachtet, empfinde ich dieses Verhalten fast schon als extremistisch und radikal.

Schweizer Herkunft und tierfreundliche Haltung waren mir schon immer wichtig.

Auf Fleisch aus dem Ausland habe ich möglichst verzichtet. Aus der Schweiz sollte das Tier stammen. Bio-Qualität war mir oft zu teuer, aber tierfreundliche Haltung war ein unumgängliches Kriterium.

Vor einem Jahr der langsame Wandel

Gespräche und Spiritualität haben so langsam meine Ansichten verändert. Zwei Personen betreiben CrossFit und ernähren sich vegan. Sie sind beide gesund und erfolgreich. Sie zeigten mir vor, dass man mit Verzicht auf Fleisch nicht stirbt, ja sogar weiterhin stark bleiben kann. Ein guter Freund arbeitet baum Bauernverband. Er erzählte mir viel über Viehzucht. Eine Kuh, beispielsweise, gab früher in 21 Jahren 7 Tonnen Milch. Heutzutage ist es umgekehrt. In 7 Jahren werden pro Kuh 21 Tonnen Milch produziert.

Zur gleichen Zeit setzte ich mich mit spirituellen Themen auseinander. Ich fing an, zu meditieren. Das Leben betrachtete ich von anderen Perspektiven. Meine Vorstellungen vom Leben hinterfragte ich. So fand ich heraus, dass ich nicht das Zentrum der Welt bin, dass es grösseres Leid als meine Fitness gab.

Daneben ist natürlich noch viel mehr passiert. Der Stress im Leben hat sich erhöht, meine Liebe war nicht erfolgreich, auf Netflix und YouTube gab es viele Dokumentationen, und Bücher trugen ebenfalls zum Wandel bei.

Das letzte bisschen Inspiration dann in Bhutan

Bhutan ist ein buddhistisches Land. Hohe Lamas und viele Mönche sind in der Regel Vegetarier. Wohin man auch hinreist, Lamas und Mönche trifft man überall an. Buddhisten glauben, dass Töten zu negativem Karma führt. Dies führt zu schlechtem Leben und vor allem zur schlechten Wiedergeburt.

Und trotzdem: Interessanterweise hat kein anderes Land in Asien einen so hohen Fleischkonsum pro Kopf wie in Bhutan.

Den Entschluss, auf Fleisch zu verzichten, fasste ich dennoch hier. Gespräche mit Lamas und Bücher trugen dazu bei. Wesentlich war auch, das vorherige Leben von der Ferne zu reflektieren.

Ausschlaggebend war das Mitgefühl für die Tiere.

Tiere sind Lebewesen. Sie kommen auf einem industrialisierten Bauernhof zur Welt. In Massen werden sie gehalten. Gefüttert mit unnatürlichen Lebensmitteln, vollgestopft mit Hormonen für ein  Wachstum, damit es möglichst viel Fleisch (und damit Profit) gibt.

Und der einzige Zweck für das Leben des Tieres? Leben, um getötet zu werden, um schliesslich in unseren Teller zu landen.

Ich verzichte auf Fleisch, um dieses System nicht mehr länger zu unterstützen. Vor einem qualvollen Leben will ich die Tiere bewahren. Zum Töten von Tieren für unsere Nahrung möchte ich nicht mehr länger beitragen.

Weitere positive Effekte gibt es zusätzlich. Die Produktion von Fleisch trägt zum Klimawandel bei. Kühe produzieren viel Methan, dass die Klimaerwärmung unterstützt. Desweiteren: Vegetarisch essen soll gut für die Gesundheit sein.

Nach drei Monaten als Vegetarier kann ich schon Mal sagen: Ich fühle mich super!


Ozzie Kuda

Ozzie Kuda

Lebt vom März 2017 bis Juli 2017 als Student in Bhutan. Möge das Glück mit dir sein.
http://www.hellobhutan.ch

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