Der Besuch im Spital.

Allgemein

Die Gesundheitsversorgung in Bhutan ist kostenfrei. Wenn jemand krank ist, geht dieser ins Spital. Anders als bei uns in der Schweiz. Wir kostenbewussten Schweizer gehen nur dann zum Arzt, wenn wirklich etwas Grosses passiert ist und ins Spital, nur wenn es wirklich notwendig ist. Anders in Bhutan. Hat man hier nur schon einen leichten Husten, geht man ins Spital.

Gratis ins Spital, ich durfte diese interessante Erfahrung machen.

Besucht man in der Schweiz einen Arzt, so gibt man am Empfang bei einer freundlichen Person die Angaben der Versicherung an. Beim Epmfang hockt eine Person. Dort füllt man ein gelbes A5 Zädeli aus und geht dann damit (selbstständig und ungeführt) in den nächsten Raum. Dort wartet man auf den Arzt.

Was ist mir passiert? An einem sehr speziellen, heiligen Tag sitze ich auf meinem Bett. Ich meditiere. Ich gelange in einen sehr tiefen Zustand. Die Meditation dauert etwa eine Stunde.

Als ich aufstehe, verliere ich mein Bewusstsein und krache mit meinem Kopf in die Scheibe der Balkontüre. Einige Minuten später gelange ich wieder zu Bewusstsein. Ich liege auf dem Boden. Mein Kopf tut weh. Ich habe keine Ahnung, was passiert ist. Ich fasse mir an Kopf und schaue meine Hand an: Blut, Haare, Glassplitter. Ich schaue rundum. Überall liegen Glasscherben.

Ich gerate in Panik. Offenbar hat niemand den Krach gehört. Meine Hand auf meinem Kopf haltend renne ich in die Stube. Meine Gastfamilie ist glückerweise anwesend. Karma, mein Onkel, der gerade sein Mittagessen schöpfte, fährt mich ins Spital.

Wir registrieren mich am Empfang. Wir gehen ins OP-Zimmer, das im Vergleich zur Schweiz nicht wirklich steril wirkt. Einige Minuten später kommt ein junger Arzt. Es stellt sich heraus, dass ich einen vier cm langen Schnitt auf dem Hinterkopf habe. Glücklicherweise nicht allzu tief.

Ich erhalte vier Nähte, mein Kopf musste nicht rasiert werden.

Hmm… Da wollte ich an jenem Freitag meine Haare schneiden. Stattdessen schnitt ich meinen Kopf. 🙂 Ich hatte Glück; Ich hätte meine Augen verletzen können oder eine Narbe im Gesicht erhalten können.

Ich wohne direkt neben einem sehr bedeutenden Kloster. Der Feiertag war der Geburtstag eines buddhistischen Meisters aus dem 16. Jahrhundert. Das Kloster wurde für diesen Meister gebaut.

Die Narbe auf meinem Hinterkopf sehe ich als Segen von ihm an. 🙂


Ozzie Kuda

Ozzie Kuda

Lebt vom März 2017 bis Juli 2017 als Student in Bhutan. Möge das Glück mit dir sein.
http://www.hellobhutan.ch

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.