20 Unterschiede in der Kultur zwischen Bhutan und Schweiz

Allgemein

Das Leben in Bhutan ist ganz anders als das Leben in der Schweiz. Wer hätte das gedacht! Ha…

Aufgefallen sind mir ganz viele Sachen. Über 20 Unterschiede möchte ich hier erzählen. Natürlich gibt es mehr. Diese kommen dann in einem neuem Beitrag. Ich denke, knappe 900 Wörter für 20 Unterschiede sind genug.

Legen wir los…

1 Männer halten Hände und berühren sich am Oberschenkel. Das ist mir ziemlich früh auf dem Royal Thimphu College aufgefallen. Es passiert nicht oft, aber es passiert. Männer halten sich die Hände beim Gehen. Wenn sie sitzen, liegt die Hand auf dem Oberschenkel des anderen. Ja auch auf meinem Oberschenkel lag schon die Hand eines Mannes… Bromance vom Feinsten!

2 Grass wächst überall wild. Wohin man auch geht, man findet es praktisch überall, das Grass. Damit meine ich nicht Kuh-Futter, sondern Mary Jane. Allzu erfahren bin ich nicht. Ich glaube: Blüten wachsen nicht. Man reibt die Grass-Blätter eine Stunde lang in der Hand. Das gibt dann „Hash“, was man schliesslich raucht.

3 Apropos Kühe: In den Strassen laufen Kühe und Pferde herum. Nicht selten blockieren sie die Strassen.

4 Apropos Tiere: In den Strassen leben viele Hunde. Und sie bellen in der Nacht. Laut. Und Viel.

5 Apropos Lärm: Züge gibt es nicht, laute Autos auch nicht. Das heisst, Lärmbelästigung durch Fahrzeuge auf den Strassen gibt es nicht! Das ist toll.

6 Flugzeuge fliegen nicht über Thimphu. Im Himmel sind die bösen Chemtrails also nicht sichtbar. Ausserdem gibt es keinen Fluglärm.

7 Strassenbeleuchtung gibt es praktisch nirgends. Ausser in den Hauptstädten. Das aber auch selten. Die 50km/h-Autobahn ist jedoch (oder immerhin) beleuchtet. Ich finde es gut. Spart Strom und Kosten. Und es geht auch wunderbar ohne. Ist es stock und finster laufen die Fussgänger mit eingeschaltenem Handy-Licht am Strassenrand entlang.

8 Polizisten überprüfen, ob Fussgänger Zebrastreifen benutzen. Ja, ich wurde schon einige Male von Polizisten „freundlich hingewiesen“, die Strasse über die Zebrastreifen zu überqueren.

9 Wohin man auch geht, man sieht überall Mönche in ihren roten Roben. Sie gehören eben zum Strassenbild.

10 Auf praktisch jedem Berg hat es mindestens ein Kloster. In der Regel mehr. Dort lebt ein Lama mit seinen Mönchen. Der Lama ist ein geistlicher Führer. Im Vajrayana Buddhismus ist die Frau dem Mann gleichwertig. Anders als zum Beispiel in Thailand. Dort praktizieren die Menschen Therevada Buddhismus. Dort ist der Mann klar höhergestellt. Das heisst, in Bhutan gibt es auch zahlreiche Nonnen-Kloster.

11 Die Leute tragen die traditionelle Kleidung im Alltag. Zur Arbeit, in der Stadt. Die Männer lassen den oberen Teil des Ghos herunterhängen. So sieht man viel lässiger aus. Cool eben. Wie die Jeans unten eng zusammenzubinden.

12 Vom Land gibt es keine guten Landkarten. Als Schweizer besonders unvorstellbar. Bei uns gibt es für jede Ortschaft sehr detaillierte Karten, inkl. Namen der Berge und Höhenmeter. Und ja… Ich war wirklich überrascht, dass ich hier keine vergleichbaren Karten gefunden habe. (Eyeroll…)

13 Im Land gibt es keine Schlachthäuser. Denn das ist aus buddhistischer Sicht eine sehr schlechte Tätigkeit, sie verspricht eine schlechte Wiedergeburt. Bewusst Tiere töten fürs Essen… Dennoch hat Bhutan den höchsten pro Kopf Fleischkonsum in Asien.

14 In den Wäldern leben Raubkatzen und Bären. Ja vom College kam sogar eine Nachricht, man solle nicht in den Wald um den Campus gehen, denn man könne auf gefährliche Bären und Wildschweine treffen. Denn Hunde seien verletzt aufgefunden worden. Die Bären sollen sogar sehr nahe zum Campus gekommen sein. Die bellenden Hunde bewahrten die Bewohner vom Einfall der Bären…

15 Männer und Frauen teilen sich die gleichen Namen. In der Schweiz kommt es selten vor. Eine und ein Dominique können sich den Namen teilen. Simon und Simone können äussert ähnliche Namen haben. In Bhutan kommt es jedoch sehr häufig vor, dass Mann und Frau Karma, Sonam oder Ugyen heissen.

16 Die Bhutanesen haben keine Familiennamen. Zumindest fast so. Die Königsfamilie heissen Wangchuk. Ein weiterer reicher Clan heisst Tashi. Es gibt jedoch ganz viele Wangchucks und Tashis, die nicht dem Clan zugehören.

17 Kennt man jemanden nicht, nennt man diese Bruder, Schwester, Onkel und Tante. Ashim ist die grosse Schwester. Achu der grosse Bruder. Auntie und Uncle stehen für Tante und Onkel. Geht man in einen Laden oder in ein Restaurant, spricht man das Gegenüber dementsprechend an.

18 In Bhutan isst man drei Mal am Tag Reis. Am Morgen in der Regel mit „Ezay“, eine Art Chili. Zu Mittag und Abend mit einem „Curry“. Damit ist jedoch nicht das gelbe Gewürz aus Indien gemeint, sondern in der Regel ein „Datsi“: Gemüse (oder Fleisch) in einer Käse-Sauce.

19 In den WCs gibt es praktisch nie Seife, warmes Wasser oder gar Tüchlein. Man wäscht sich die Hände mit kaltem Wasser und ohne Seife. Die Hände reibt man dann schliesslich an den Hosen ab, um sie zu trocknen. So mache ich es zumindest.

20 In Bhutan isst es gang und gäbe, mit den Händen zu essen. In den schicken Restaurants sieht man das eher nicht, jedoch überall sonst. Auf meinen Klassenreisen zum Beispiel. Oder Zuhause bei meiner Gastfamilie. Selbst ich esse gerne und oft mit den Händen. Es stellt irgendwie eine besondere und spezielle Verbindung mit dem Essen her.

Herzlich grüsst der Ozzie aus Bhutan.


Ozzie Kuda

Ozzie Kuda

Lebt vom März 2017 bis Juli 2017 als Student in Bhutan. Möge das Glück mit dir sein.
http://www.hellobhutan.ch


Comments

  1. @16:
    Wangchuk gibts ganz viele. Die Dynastie der Könige hingegen schreibt sich exklusiv mit ‚ck‘, also Wangchuck. Die Nummernschilder der Autos sind auch exklusiv, nicht BP, BT oder so, sondern BHUTAN 1 oder 4 oder 13…
    Apropos Namen: je nach Namen kann man sehen, in welchem Kloster oder Lhakang die Eltern das Kind zum segnen gebracht haben. Tandin und Sonam z.B. wurden in Changangkha gesegnet.

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